07.08.2018

„Firmen müssen digital denken – oder sie gehen unter“

Vom Buch, übers Taxi bis hin zur Turnschuhproduktion: So gut wie jeder Wirtschaftsbereich ist von der Digitalisierung betroffen. Alexander Mauer, Experte für Projektarbeit, über neue unternehmerische Maximen und warum Interim-Experten jetzt wichtig sind.

Herr Mauer, in Zeiten des rasanten Wandels: Sind Innovationsdruck und neu entstehende Märkte für Unternehmer Chance oder Risiko?

Alexander Mauer: Der Innovationsdruck für Firmen ist enorm. Fast jedes Produkt und jede Dienstleistung ist heutzutage von der Digitalisierung betroffen und beeinflusst. Die Geschwindigkeit, in der sich Produktzyklen verkürzen bzw. Technologie altert, ist atemberaubend. Das stellt selbst etablierte Kräfte einer Branche vor riesige Herausforderungen. Zusätzlich treten völlig neue Spieler in die Märkte ein, die Potenziale erkennen und Chancen ergreifen. Uber hat den weltweiten Taxi-Markt quasi aus dem Nichts revolutioniert. Oder nehmen Sie das iPhone. Plötzlich wurden Handys zu Smartphones. Das Produkt und wie wir es nutzen, hat sich über Nacht komplett verändert. Ranga Yogeshwar sagte letztens sinngemäß: „Das Top-Produkt, das in 20 Jahren alle haben wollen, ist in seiner Grundfunktionalität heute noch nicht einmal erdacht.“

Wie gehen etablierte Firmen in einer solchen Situation am besten vor?

Die digitalen Möglichkeiten in Design, Produktion und Marketing werden immer spezialisierter und vielfältiger. Es fällt immer schwerer, die notwendige Expertise im eigenen Haus zu entwickeln und vorzuhalten.

Alexander Mauer

Alexander Mauer: In jeder Branche müssen Unternehmer die äußeren Einflüsse permanent im Blick haben und das eigene Produkt ständig weiterentwickeln. Gerade bei analogen Produkten wie Büchern, Schuhen, Kosmetikartikeln, aber auch Dienstleistungen – man denke an  AirBNB oder Uber – reicht es nicht mehr, nur business as usual zu betreiben. Selbst große deutsche Autobauer müssen derzeit aufpassen, nicht zum reinen Hardwareproduzenten zu werden. Firmen, vor allem im Mittelstand, sind gut beraten, digital zu denken. Andernfalls ist ihre Existenz in Gefahr. Dabei werden die digitalen Entwicklungsmöglichkeiten im Produktdesign, der Fertigung und dem Kundenkontakt immer spezialisierter und vielfältiger. Gleichzeitig fällt es immer schwerer, die notwendige Expertise im eigenen Haus zu entwickeln und vorzuhalten.

Interim Manager als Innovationshelfer?

Alexander Mauer: Durchaus. Erfahrene Projektmanager sind Branchenspezialisten ohne Firmenscheuklappen. Sie wissen, was am Markt möglich ist, können Aufgaben schnell erfassen und die Lösung strukturieren und umsetzen. Dieses spezielle Do-how fehlt in vielen Firmen, weil es im täglichen Business weniger gebraucht wird. Deshalb sollten gerade Mittelständler vor einer Verpflichtung eines Interimers nicht zurückschrecken. Bevor ein Unternehmer nervös wird und in ein risikoreiches Geschäftsfeld investiert, ist ein Interim Manager oft die bessere Option.

Foto: LDProd/istockphoto.com
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Alexander Mauer
Der erfahrene Projektmanager war 20 Jahre lang in verschiedenen Positionen bei einem Mineralölkonzern tätig. Als Jurist und Master of Organizational Management ist Mauer spezialisiert auf Mergers & Acquisitions.
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