25.10.2018

Generation X: Bloß nicht unterschätzen

Im Kampf um Talente riskieren Arbeitgeber eine wichtige Stütze im eigenen Unternehmen aus den Augen zu verlieren: Die Best-Ager, geboren zwischen 1965 und 1980, verfügen über spezielle Fähigkeiten, die für Firmen heutzutage wichtig sind.

Sie stehen mitten im Berufsleben, haben Erfahrung und Führungsverantwortung, sind aber durchaus auch Opfer von personellen Umstrukturierungen. Die sogenannte Generation X, die Nachfolger der Babyboomer, gerät im Werben der Unternehmen um junge Talente oft ins Hintertreffen. Dabei zeichnen sich die etablierten Kräfte nicht nur durch praktisches Grundwissen aus, das im digitalen Zeitalter rar geworden ist. Die Best Ager haben zudem noch viele Berufsjahre vor sich. „Auf dem Personalmarkt regiert das Werben um die Talente der Generationen Y (die Millenials, Jahrgänge 1980 – 2000) und Z (die Digital Natives, ab Jahrgang 2000). Unternehmen, die dabei die etablierte Belegschaft vergessen oder sie für jüngere Kräfte opfert, verkennen den Wert des Fachwissens der ,Xer‘ und das Potenzial, den der Mix der Generationen mit sich bringt“, sagt Axel Kellermann, HR-Experte bei proINject.

Mit Power in die zweite Lebenshälfte

Die Arbeitnehmer der Generation X, der letzten prädigitalen Alterskohorte, haben ihre Karriere oft in Ausbildungsverhältnissen begonnen und bringen im Gegensatz zu den eher schulisch-akademisch geprägten Jahrgängen Y- und Z-Generation praktisches Rüstzeug mit. Sei es der inzwischen promovierte Einkäufer, der einst als Werkzeugmacher anfing oder der langjährige Vertriebsprofi, der als Schlosser ins Berufsleben startete. Gleichzeitig haben die Best Ager mit den zahlreichen digitalen Neuerungen in den letzten zwanzig Jahren Schritt gehalten. „Diese Altersgruppe hat ihren Beruf von der Pike auf gelernt, den Nachwuchs großgezogen und geht mit Disziplin und Leistungsbereitschaft in die zweite Hälfte der beruflichen Laufbahn. Diese Power sollten Unternehmer nutzen“, sagt Kellermann.

Die Problemlöser

Viele Anhänger der Generation X zeichnet die Gelassenheit aus, mit Problemen ergebnisorientiert und sachbezogen umzugehen. Zwischen Babyboomern und Digital Natives verkörpern sie eine gute Mischung von analogem und digitalem Knowhow.

Axel Kellermann

Nicht wenige Xer gehen den Weg von der Festanstellung ins Interim Management – sei es aus persönlicher Überzeugung oder aufgrund von Umstrukturierungen im Unternehmen zu Lasten der „alten Garde“. Ob als Interimer oder fest verankert im Unternehmen bringen diese Mitarbeiter die nötige Gelassenheit mit, sich rein der Sache zu verpflichten. Sie wollen ihr Fachwissen einbringen, Projekte erfolgreich umzusetzen und sind rein der Sache verpflichtet. „Diese Menschen sind in ihrem Berufsleben schon vielen Problemen begegnet und wissen, mit ihnen umzugehen“, erklärt Kellermann. „Erneuerung ist wichtig, frisches Blut tut jedem Unternehmen gut. Aber die Erfahrenen halten den Laden zusammen.“

Foto: Shapecharge/istockphoto.com
Axel Kellermann
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Axel Kellermann
Axel Kellermann arbeitet seit mehr als zehn Jahren als selbstständiger Interimer. Er war in der Pharma-, Luftfahrt- und Mineralölbranche aktiv und ist Experte für Marketing, Vertrieb und Human Resources.
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