16.01.2023

Wir können uns (nur) selbst helfen!

Die Herausforderungen für die Jahre 2022ff sind multidimensional. Zum dringend aktiver zu bekämpfenden Klimawandel kommen Inflation, Energiekrise, Fach- nun auch Arbeitskräftemangel im Allgemeinen hinzu. Nicht nur die Ausschläge – z.B. bei der Inflation sind bisher undenkbare 9-10% möglich – sind dramatisch und neu, auch die Vielfalt der gleichzeitig eintretenden Ereignisse und der damit verbundenen Risiken führt Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft auf unbekanntes Terrain. Die Abhängigkeiten von Zinsmaßnahmen der Zentralbanken, der Inflationsentwicklung und den Auswirkungen der Rezession auf Wirtschaft und Arbeitsmarkt verschwimmen und lassen nur noch schwer einen direkten Bezug von Aktivität und deren Wirkung zu.

Gegenwärtig geben alle wirtschaftlichen, versorgungstechnischen und gesellschaftlichen Parameter Anlass zu großer Sorge. Allein die absolute Höhe der Inflation und deren mögliche Dauer bis mindestens ins Jahr 2024 könnte zu einer unterschwelligen gesellschaftlichen Akzeptanz mit der Folge eines gewissen Fatalismus auch bei den Lohn- und Gehaltsentwicklungen führen. Hier greift nicht mehr das Arbeitsmarkt-Korrektiv der Vergangenheit, dass Arbeitnehmern bei hohen Abschlüssen zwangsläufig die Freisetzung drohen würde. Noch nie waren Arbeitskräfte so knapp wie heute und das betrifft schon längst nicht mehr die Fachkräfte allein. Und die Perspektiven bleiben düster, wenn die Babyboomer in Rente gehen und Deutschland nicht schleunigst eine Strategie zur Entwicklung zum Einwanderungsland entwickelt und gesellschaftlich verankert. Signifikant steigende Arbeitskosten würden wiederum eine weitere Drehung der Inflationsspirale anheizen mit inzwischen ungewissem, aber wahrscheinlich ungutem, Ausgang.

Klimabedingte, globale Migrationsbewegungen werden die (Wohlstands-)Gesellschaften in ihrem heutigen Zustand nicht aushalten können.

Alexander Mauer

Dabei haben wir keine Zeit zu verlieren, den Klimawandel viel wirkungsvoller als bisher zu bekämpfen. Uns läuft schlicht die Zeit weg, noch maßgeblichen Einfluss auf eine Entwicklung zu nehmen, die bereits in der Generation unserer Kinder neue, große Zonen der Unbewohnbarkeit auf der Erde entstehen lässt, was wiederum zu nach unseren Maßstäben unvorstellbaren globalen Migrationsbewegungen führen wird, die die (Wohlstands-)Gesellschaften in ihrem heutigen Zustand nicht aushalten können.

Schließlich ist für den Erhalt der eigenen, globalen Wettbewerbsfähigkeit dringend die Digitalisierung voranzutreiben. Die Kosten allein in Deutschland werden nach „Vorkriegs“-Schätzungen 300 Mrd. € p.a. überschreiten mit dem signifikanten Aufschlag für all das, was gegenwärtig geschieht. Diese Investitionen werden weder Staat noch Wirtschaft allein tragen können.

Das Verharren in bekannten Denkmustern und die Hoffnung auf „gelernten Lösungen“ wird nicht den durchschlagenden Erfolg bringen.

Alexander Mauer

Bei diesen Rahmenbedingungen wird das Verharren in bekannten Denkmustern und die Hoffnung auf „gelernten Lösungen“ nicht den durchschlagenden Erfolg bringen, der dringend erforderlich ist. So lässt sich einerseits hören, dass ein Markteingriff des Staates bei der Senkung der Energiekosten das Wirtschaftssystem bis zu dessen Bruch stören könnte, andererseits ist die zu erwartenden Not bis in die sog. Mitte der Gesellschaft klar beschreibbar und auch aus Gründen der sozialen Verlässlichkeit unseres Gemeinwesens nicht zu akzeptieren. Das wiederum bedingt schnelles Handeln, um Millionen vor dem wirtschaftlichen Kollaps zu bewahren.

Allerdings muten die gegenwärtigen Versuche der Politik, mit immer größeren Summen und markigen Worten, Gesellschaft und Wirtschaft das Gefühl zu geben, man könne die Situation meistern und es werde schon alles wieder gut, eher kontraproduktiv an. Es wäre vielmehr notwendig, jedem Einzelnen, jeder Familie, jeder Gruppe, jedem Unternehmen reinen Wein einzuschenken und die Verantwortung klar zuzuweisen, dass es ohne ganz persönliche Veränderung nicht geht. Beginnend beim Einsparen von Energie über nachhaltigeres Kaufverhalten bis zur Umstellung der Ernährung weg von der besonders klimaschädlichen Massentierhaltung müssen sich alle beteiligen, eine erfolgreiche „Transition in letzter Minute“ zu ermöglichen. Dabei kann es allerdings nicht bei den oben schlagwortartig erwähnten Maßnahmen bleiben. Vielmehr ist die Kraft der breiten Gesellschaft zu entfesseln, die selbst Ideen entwickelt und für sich die Kipp-Punkte identifiziert und bespielt, wo sich Einsatz und Ertrag am effektivsten verhalten und Ziele multidimensional verbunden werden.

Eine solche Entwicklung würde wiederum den Zusammenhalt in der Gesellschaft stärken und im Ergebnis unsere alternativlose Demokratie mit Menschenwürde und Pluralität stabilisieren.

Visual: Oktober Kommunikationsdesign GmbH

 

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Alexander Mauer von proINject – Interim Network
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