30.04.2020

Versorgung neu denken!

Als Supply Chain- und Procurement-Profi besetzt Stefan Löffler eine Schlüsselposition in vielen Unternehmen. In der gegenwärtigen Krise treten hier teils Probleme auf, die den Globalisierungsstrategien der Vergangenheit geschuldet sind. Wie kann man dem zukünftig begegnen? Fünf Fragen an Stefan Löffler.

Wofür stehen Sie, Herr Löffler? Was sind die Aufgaben mit denen Sie betraut werden?

Stefan Löffler: Ich stehe für schnelle, präzise Analyse und prompte Verbesserung der Ist-Situation. Hauptaufgaben sind die Sicherstellung der Materialversorgung in den Produktionswerken bei gleichzeitiger Umsetzung von Materialkostensenkungen. Auf Kundenwunsch auch Restrukturierung und Migration der Einkaufs- und/oder SCM-Bereiche in eine effiziente, prozessorientierte Organisation.

Verwenden Sie eine spezielle Methodik? Was macht diese Vorgehensweise besonders erfolgreich?

Stefan Löffler: Seit einigen Jahren nutze ich das sogenannte „Purchasing Chessboard“, eine moderne, von A.T. Kearney entwickelte und vielfach erprobte Methode zur Beschaffungsoptimierung. Die Basis ist die Darstellung der Abhängigkeiten zwischen Lieferanten und Kunden. Durch Beantwortung von 11 einfachen Standard-Fragen pro Lieferant ergeben sich aus dem „Purchasing Chessboard“ zielorientierte Themenschwerpunkte mit konkreten Maßnahmen zur Reduzierung von Abhängigkeiten und somit von Kosten- und Ausfallrisiken. Darüber hinaus bilden diese konkreten Maßnahmen die Basis für die gesamte Beschaffungsstrategie, sowohl aus globaler, als auch lokaler Sicht und sind somit wichtiger Bestandteil im Supply Chain Risk Management.

Mit welchen Herausforderungen sind Sie in der gegenwärtigen Krise konfrontiert? Wie gehen Unternehmen damit um?

Belastbare Versorgungssicherheit muss zukünftig gleichberechtigt neben hoher Qualität und angemessenen Kosten stehen!

Stefan Löffler

Stefan Löffler: Die Aufrechterhaltung einer lösungsorientierten Kommunikation des Unternehmens mit den Kunden und Lieferanten stellt insbesondere in Stress-Situationen eine besondere Herausforderung dar.  Zusätzlich sind die situativen Notwendigkeiten eines jeden Produktionsstandorts zu berücksichtigen. Die Aufbereitung und Darstellung dieser Informationen, bis hin zur Ableitung geeigneter Ad-hoc-Maßnahmen und deren Umsetzung ist auf Tagesbasis zu leisten. Mit bewusst kurzen Teammeetings, Stand-ups, bei dem der Status zusammengetragen und Maßnahmen strukturiert adressiert werden, kann die Beschaffung auch in Krisenzeiten optimal gesteuert und konsequent fortentwickelt werden.

Was sind die Hauptaufgaben für Procurement und Supply Chain Management in der Krisenbewältigung? Wird es Schwerpunkte geben?

Stefan Löffler: Die richtigen und entscheidenden Informationen müssen fließen. Dann entsteht ein klares Bild über die relevante, lokale Materialverfügbarkeit. Die Reichweite der Kommunikation muss sich vom Endkunden, über die eigene Produktion bis hin zu allen Unterlieferanten erstrecken – und das in Echtzeit. Um dies erfolgreich umzusetzen, ist ein kompetentes und schlagkräftiges Team zusammenzustellen und anzuleiten. Hierfür etabliere ich leicht verständliche und gut anwendbare Prozesse und errichte die notwendige, digitale Infrastruktur.

Sie sind Mitglied im proINject – Council of Experts. Was bringt diese Zusammenarbeit Ihnen persönlich und Ihren Kunden?

Stefan Löffler: Die Zusammenarbeit mit den Kollegen ermöglicht einen schnellen, aber hoch-kompetenten Blick über den Tellerrand des eigenen Fachgebietes hinaus und damit einen umfassenderen Blick auf das gesamte Optimierungspotential im Unternehmen. Sei es bezüglich Prozessen, Mitarbeitern oder Produkten: Wir im Council of Experts betrachten die gesamte Wertschöpfungskette. Und es macht einfach Spaß mit exzellenten Profis zusammenzuarbeiten.

Foto:  A. Mauer
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Stefan Löffler
Der Diplom-Maschinenbauingenieur und Kommunikationselektroniker setzt seine Erfahrung in der Optimierung von Herstellkosten im Einkauf und der Supply Chain gezielt um. Hierbei nutzt er seit mehr als 25 Jahren seine vielfältige Branchenkenntnis, um mit methodischem Wissen effizientere Organisationen und Prozesse mit seinen Kunden zu realisieren.
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